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Miss Saigon

Infos zu
Miss Saigon

TITEL DES MUSICALS

Miss Saigon

ORIGINAL

Miss Saigon

 

Autoren/Komponisten/Texter:

Produzenten: Cameron Mackintosh (u. a. Les Misérables).

Musik: Claude-Michel Schönberg

Buch und Songtexte: Alain Boublil (Co-Librettist: Richard Maltby Jr.)

 

PREMIEREN

Uraufführung: 20. September 1989, Theatre Royal Drury Lane, London.

Broadway-Premiere: 11. April 1991

Deutsche Erstaufführung: 02. Dezember 1994, Stuttgart, Music Hall (heute Stage Apollo Theater)

 

GENRE

Drama, episches Pop- bzw. Rock-Musical, inspiriert von Puccinis „Madame Butterfly“.

 

HANDLUNG

Kurze Inhaltsangabe

Im Saigon der letzten Vietnamkriegstage verliebt sich die junge Vietnamesin Kim in den US-GI Chris. Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen werden die beiden getrennt. Jahre später flieht Kim mit ihrem unehelichen Sohn nach Bangkok, während Chris in den USA geheiratet hat. Die tragische Wiederbegegnung endet mit Kims Tod; ihr Sohn kommt in die Obhut seines Vaters.

Detaillierte Zusammenfassung

In einem vietnamesischen Nachtclub arbeitet Kim als Barmädchen. Chris, US-GI, kauft durch seinen Freund John eine Nacht mit ihr, beide verlieben sich schnell. Kim flieht dem ihr aufgedrängten Ehemann Thuy und überlebt den Fall Saigons, während Chris glaubt, sie verloren zu haben. Kim bekommt ein Kind, Tam, und träumt von einem Wiedersehen. Jahre später, in Bangkok, erfährt Chris (jetzt mit Ellen verheiratet) von Tam. Kim erkennt, dass Chris keinen Platz für sie, aber für das Kind hat und nimmt sich das Leben, um Tam eine Zukunft zu sichern. Historisch verarbeitet das Musical die tragischen Folgen des Vietnamkriegs und spiegelt die Thematik von Exotik, Kolonialismus und Identitätskonflikten.

 

THEMATISCHER, KULTURELLER, HISTORISCHER KONTEXT

Eingebettet in das Chaos des Vietnamkriegs behandelt „Miss Saigon“ Themen wie Kriegstrauma, kulturelle Missverständnisse und den Umgang mit Kriegswaisen („Bui-Doi“).

 

CHARAKTERE & ROLLEN

Hauptrollen:

Kim: 17-jährige Vietnamesin, Waise, arbeitet im Nachtclub, kämpft als Mutter für ihren Sohn.

Chris Scott: US-GI, idealistisch, traumatisiert vom Krieg, zwiegespalten zwischen Kim und seiner Frau Ellen.

The Engineer: Besitzer des Nachtclubs, Überlebenskünstler, strebt nach dem „American Dream“.

John: Chris’ Freund, erlebt Entwicklung vom GI zum Helfer für vietnamesische Waisenkinder.

Thuy: Kims Cousin, Offizier, Kim als Ehefrau versprochen.

Ellen: Chris’ amerikanische Ehefrau.

Gigi: Prostituierte, Kollegin von Kim, Song „The Movie in my Mind“.

Bekannte Darsteller

Kim: Lea Salonga (Uraufführung London/Broadway, gewann Olivier & Tony Award), Eva Noblezada (London Revival, 25th Anniversary), Vanessa Heinz (2022/2023 Wien), Sooha Kim.

Chris: Simon Bowman (London), Willy Falk (Broadway), Ashley Gilmour (Revival).

Engineer: Jonathan Pryce (London/Broadway), Jon Jon Briones (Revival).

John: Clive Carter (London), Hinton Battle (Broadway), Ryan O’Gorman.

Ellen: Ruthie Henshall (London), Athena Massey (Revival), Elena Martin.

 

MUSIK

SONGLISTE (Auswahl)

"The Heat Is On in Saigon"

"The Movie in My Mind"

"Why God Why?"

"Sun and Moon"

"The Last Night of the World"

"I’d Give My Life For You"

"Bui Doi"

"The American Dream"

 

MUSIKALISCHE BESONDERHEITEN

Dramatische Balladen, kraftvolle Ensemble-Nummern

The American Dream“ mit spektakulärem Bühnenbild (Cadillac, Showgirl-Parade)

„The Heat Is On in Saigon“, „I Still Believe“, „Why God Why?“ als emotionale Höhepunkte.

 

BÜHNENBILD, KOSTÜME, EFFEKTE

Spektakuläres Hubschrauber-Bühnenbild im „Fall von Saigon“

Aufwendige asiatische, 70er-Jahre-inspirierte Kostüme

Riesiger technischer Aufwand, Nebel, Lichtshows, bewegliche Bühnenplattformen.

 

AUSZEICHNUNGEN

SpMiss Saigon ist einer der größten Welterfolge im Musicalgenre, lief über 4000 Vorstellungen in London und New York, ist Preisträger von 3 Tony Awards und über 70 weiteren Auszeichnungen weltweit.

 

PRESSE- UND ZUSCHAUERSTIMMEN

Besonders gelobt: emotionale Wucht, Musik, darstellerische Leistungen (v. a. Lea Salonga, Eva Noblezada).

Kritisiert: westlicher Exotik-Blick, Klischees, Orientalismus-Debatte, Stereotypen.

Publikum: überwältigend positiv, wurde in 32 Ländern und 15 Sprachen gespielt und begeisterte über 36 Millionen Zuschauer.

 

HINTERGRÜNDE & TRIVIA

Kontroverse: Ursprünglich sollte Jonathan Pryce (ein weißer Darsteller) in London und am Broadway den Engineer spielen („Whitewashing“-Vorwurf), was zu Protesten und Diskussionen führte.

Skandale: Thematik von Prostitution und Krieg wurde häufig kritisch diskutiert.

Besetzungsrekord: Mehrfache internationale Castings, um asiatische Sänger für große Rollen zu finden; Start der Weltkarriere von Lea Salonga.

Besonderheit: Aufwendigster Bühneneffekt seiner Zeit (echter Hubschrauber-Landeplatz).

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